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Fotostory


Hallo liebe Leute,
nach zwei Wochen im Hostel bin ich heute wieder in Stirling eingezogen. Viel ist in dieser Zeit nicht passiert, außer dass ich einige nette Leute kennen gelernt habe, die auch einige Monate in Adelaide bleiben. Deswegen hier nur kurz zwei Fotos.: Das erste von unserer Hostel-Posse, darunter ein Foto von mir in Arbeitskluft, auf der Terasse des Hostels und auf meinen Arbeitsplatz zeigend (und den Schriftzug).

Soviel in Kürze,
liebe Grüße von der Vollzeit-Archivaren-Front,
Philipp


Die Posse (v.l.n.r: Dan aus Schweden (nur auf der Durchreise), Ramish aus Sri Lanka (pendelt zwischen Melbourne und Australien), Aurora und Fabiola (beide aus Chile und für sechs Monate in Adelaide), meine Wenigkeit und Alex aus Brasilien, der auch länger hier bleiben will, aber noch Visumsprobleme hat)


Mister Jacks
1.4.06 12:52



Drei Monate auf der Insel


Heute habe ich mir mal wieder die Haare geschnitten, und da das schon das zweite Mal in Australien ist, und die Haare in der Regel alle drei Monate zu lang werden, habe ich mal nachgerechnet und gemerkt: ja, es sind tatsächlich ziemlich genau drei Monate und damit ein viertel Jahr auf dieser Insel.

Viel passiert allerdings zur Zeit nicht: ich arbeite fünf Tage die Woche Ganztags, danach gehe ich mit rauschendem Kopf nach Hause und entspanne vor Kaminfeuer und Laptop. Da ich seit einiger Zeit etwas Geld dafür bekomme, für fzs.de News-Artikel zu schreiben, tue ich das wenn ich die Nerven und die Muße dafür habe und gehe dann ins Bett, um am nächsten Tag wieder produktiv sein zu können. So wie der olle Karl Marx das ArbeiterInnenleben (und die Ausbeutung selbiger) schon vor langer Zeit beschrieben hat.

Und das Erschreckendste: Ich gewöhne mich dran. An die monotone Arbeit, an die langweiligen Kollegen, an die Tatsache, dass ich in der Personalabteilung eines der größten australischen Energie-Unternehmen (!) arbeite, wo so ziemlich jede Information über die MitarbeiterInnen archiviert wird (genau dafür bin ich zuständig: A bis Z, den ganzen Tag).

Aber seit letzter Woche bin ich auch in der Payroll-Abteilung und dort ist ein ganz netter Kollege mit dem ich öfters Späßchen machen kann und die monotone Arbeit fällt mir auch nicht mehr so schwer. Und wenn doch, stelle ich mir einfach vor, wie es wäre auf dem Feld zu sein und Früchte zu lesen. Am besten bei dem derzeit immer häufiger werdenden Regen. Dann gehts mir wieder gut.

Ich werde jetzt also so lange arbiten, bis ich genug Geld habe um zwei bis drei Monate durch Australien zu reisen und dann zurück nach Good Old Frankfurt kommen. Evtl. im Mai (wenn hier tiefster Winter ist) mal mit nem Billigflieger in den australischen Norden fliegen, etwas Wärme tanken. Aber sooo warm ist es da gar nicht, habe ich heute rausgefunden. Irgendwie haben die Leute in Deutschland ein komisches Bild von Australien.

So, jetzt habe ich Euch aber schon wieder ganz schön voll gequatscht. Ich bin am Sonntag auf eine Grill-Party eingeladen, da freue ich mich schon drauf. Dort werde ich zusammen mit einem meiner neuen Freunde hingehen, Alex aus Brasilien, für den ich auch gerade eine Homepage bastel. Die Adresse sage ich euch, sobald die Homepage vorzeigbar ist.

Hier erstmal nur einige Fotos der letzten Wochen, wie immer: zum Vergrößern anklicken.

Herzliche Grüße,
Philipp

Zuerst einige Bilder von dem Trip nach Kangaroo Island

Menschen eingezäunt, Kanguruhs kommen zum schnorren






Emu Eier auf der Eukalyptus-Farm


Eine Runde im eiskalten Meer






Aus Mangel an Wasser sind die Grüns auf dem Golfplatz Schwarzs


Eine Anzeige in einem abgelegenen Laden


Die Bucht und das Boot



Und noch einige Einblicke in mein alltägliches Leben

Auf dem Balkon im ersten Stock


Und auf der Terasse




14.4.06 16:33



Horror Show


Als ich gerade auf dem Nach-Hause-Weg von einem ziemlich abgefahrenen Psycho-Metal-Konzert in einer Kunst-Galerie durch die belebteste und abgedrehteste Strasse Adelaides gelaufen bin, ist mir wohl eine der schlimmsten Sachen passiert, die einem sensiblen, aufgeklärten und ernsthaften Menschen in Australien passieren kann: da ich alleine unterwegs war habe ich vorsichtshalber keine Blickkontakte gemacht und bin allen die mir entgegen gekommen sind, aus dem Weg gegangen. Aber dieser eine mir entgegenkommende Ureinwohner ist meinen Schlenkern immer gefolgt und als er nur noch einige Meter entfernt war, guckt er mir tief in die Augen und sagt:

"GET OUT OF MY COUNTRY!!!"

Puh, ich muss ziemlich betroffen und unsicher aus der Wäsche geguckt haben, so dass auch er das trotz Volltrunkenheit gemerkt hat und hat dann gleich gemeint, dass er das nicht so gemeint hätte und ich ja ein Netter wäre. Dann hat er mir erst die Hand gegeben, hat mich nach meinem Namen gefragt (und wiederholt: "Ah! Gerry from Germany") und mich dann umarmt. Leider habe ich das meiste von dem was er gesagt hat nicht verstanden.

Ich denke mal, ich sollte das nicht zu schwer nehmen, da er ja mich nicht wirklich gemeint hat, aber ich frage mich schon, was ich hier mache und ob es eine Möglichkeit gibt, sich hier als Gast (also ohne die Möglichkeit, sich langfristig zu engagieren) so zu verhalten, dass es der menschenverachtenden und rassistischen Gesamtsituation gerecht wird. Für die weissen Durchschnitts-AustralierInnen (wie sie zum Beispiel bei mir auf der Arbeit zuhauf sind), sind die Ureinwohner jedenfalls nur faule Trunkenbolde, die sich auf Staatskosten nen faulen Lenz machen.

Aber (nicht-indigene) AustralierInnen sind halt irgendwie Zwangs-Ignorant, denn sonst müssten sie ja diese Insel umgehend wieder verlassen...

Australia - makes you feel really, really sick inside.*

Gute Nacht!


* Frei nach der hier allpräsenten Fernseh-Werbung mit einem Sex-in-the-City-Star:
"Nissan Tiida - makes you feel really, really good inside"
22.4.06 17:38





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