Willkommen in Philipp's Reiseblog!Wenn ihr auf "Abonnieren" klickt und eure eMail-Adresse eintragt, werdet ihr über neue Einträge per Mail informiert!!!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

http://myblog.de/phija

Gratis bloggen bei
myblog.de






Lebenszeichen


Hallo liebe Leute,
will nur kurz mal Bescheid sagen, dass es mir gut geht und ich nun endlich einen Job habe. Zwar nur für zwei Wochen, aber gut bezahlt und gute Qualität: in einem Energiekonzern in der Personalabteilung Daten eingeben. Heute habe ich z.B. Fotos und Unterschriften der MitarbeiterInnen zusammengebastelt. Ist schon lustig, wenn man im Fahrstuhl steht und einige Namen kennt, und die aber keine Ahnung haben.

Und das Tolle ist: ich habe mich im billigsten Backpacker-Hostel der Stadt eingemietet und das ist nicht nur schön, sauber und mit netten Leuten gefüllt, sondern auch noch direkt gegenüber von meinem Arbeitsplatz, mitten in der City.

Nun wollen wir (zwei Mädels aus Chile, ein Schwede und ein Typ aus Sri Lanka, der nicht nur tausend Sprachen spricht sondern da auch überall schon war) einen trinken gehen. Deswegen will ich jetzt mal einen "Power Nap" machen, damit ich morgen nicht zu kaputt auf der Arbeit bin.

Ach ja, noch was zum Totlachen: ich habe mir den ersten Schlips meines Lebens gekauft!!! Die Frau von der Arbeitsagentur meinte, ich soll das...

Von dem Wirbelsturm in Nord-Ost-Australien habe ich übrigens nichts mitbekommen. Erst nachdem mir gestern ein Inder irgendwas von einem "ertquak" erzählt hat, habe ich mich mal umgehört...

OK, machts alle gut und
See Yas!
22.3.06 10:14



Yooooooooh... Buckett!!!


So hören sich 1,20 Dollar (~80 Eurocent) an. Da ich ja nun endlich einen Job habe, und heute sogar angefragt wurde, ob ich denn auch bis zum 5. Mai (!!!) arbeiten könnte, also nen ziemlich fester Job, möchte ich euch mal meine Leidensgeschichte erzählen.

OK, die Kurzversion, die nicht wirklich kurz ist. Relativ zu Anfang hatte einen Job in einer Pizzeria gefunden, der zwar stressig war aber mit netten kollegen. Nach zwei Wochen (bezahlter) Einarbeitung habe ich mal gefragt, ob denn der Job auch Vollzeit wäre (wie es in dem Aushang gestanden hatte) und habe gesagt, dass mir beim Bewerbungsgespräch ein anderer Stundenlohn gesagt wurde, dass ich aber auch mit dem (unter der Theke bezahlten) Stundenlohn auch leben könne. Seitdem wurde ich nicht mehr angerufen. Ist mir auch ganz recht, denn wenn ich beim schwarz arbeiten erwischt werde, werde ich umgehend des Landes verwiesen.

Dann habe ich über einen Mitbewohner einen unregeläßigen Job als "Kitchenhand" in einem Jugendlager bekommen. Spülen und sonstige Küchenarbeiten wie Kartoffeln schälen und (Toast-)Brot mit Margarine beschmieren für 120 Kinder. Puh. Naja, jedenfalls ist jetzt der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär frei. Als der Koch mich gefragt hat, ob ich denn auch Sonntags morgens um 6 antreten könne (die Uhrzeit war normal bei dem Job), habe ich "ja" gesagt, ich brauchte ja das Geld. Leider stand ich dann da ne halbe Stunde und wurde nicht abgeholt. Als ich ihn angerufen habe ist seine Frau rangegangen und hat gemeint, dass er heute seinen freien Tag hat und er mir vergessen hat abzusagen. Seitdem wurde ich nicht mehr angerufen. War ihm wohl peinlich.

Zwischenzeitlich habe ich so unendlich viele Bewerbungen geschrieben, das passt auf keine Kuhhaut. Ich habe inzwischen fünf verschiedene Lebensläufe (Computer und Büro, Event und Bar, Fabrik u.ä., Catering und zuletzt Webdesign) und auf kaum einen kam auch nur eine Antwort. Zu einer der vielen Arbeitsvermittlungsagenturen bin ich einfach mal hingegangen (ein Bekannter hatte mir gesagt, die vermitteln gut bezahlte Fabrikarbeit (was sich als falsch rausstellte). Dort sollte ich dann erstmal nen Word- und Excel-Test machen. Hab ich gemacht, sehr gut abgeschnitten. Die wollten mich aber nicht vermitteln bevor sie von meinen Ex-ArbeitgeberInnen gehört haben, dass ich zuverlässig bin. Da sie per Mail nachgefragt haben, landeten die Anfragen aber wohl im Spam-Ordner.

Allerdings habe ich dann einen wunderbaren Nebenjob bekommen, der mir zumindest die Miete sichern wird: als Webmaster und Texteschreiber für die Homepage des "freien zusammenschlusses von studentInnenschaften" (fzs.de). Da bekomme ich zwar nicht viel Geld für, aber es ist extrem flexibel, die Leute scheinen recht locker und vorallem landet das Geld auf meinem deutschen Konto, wo die ganzen Kreditkartenrechnungen abgebucht werden! Das ist erstmal ne super Sache und ich habe auch schon die ersten Texte geschrieben und online gestellt (z.B. zum Pragmatismus in Rheinland-Pfalz).

Dann habe ich mich mit einem anderen Mitbewohner ans Grape-Picken gemacht, das geht nämlich nur mit Auto, wie die meisten anderen Jobs auch: morgens um 5:50 Uhr losfahren, dann bis mittags in der Hocke und mit krummem Rücken Weintrauben knipsen. In der ersten halben Stunde habe ich mich drei Mal in die Hand geknipst und geblutet wie ein Schwein, danach zum Glück garnicht mehr. Und das geht so: man bekommt zwei Eimer, pflückt den einen voll und schreit dann "Buckett!" (Eimer) um so den "Buckett-Boys" zu sagen, dass sie ihn holen sollen. Dafür bekommt man dann einen Chip. Diese werden dann am Ende gezählt und sind jeweils 1,20 Dollar wert. Damit sind wir (und auch alle anderen) auf einen Lohn von knapp 10 Dollar die Stunde gekommen. Dreck. Oberdreck war allerdings, dass am nächsten Tag das Auto kaputt gegangen ist, und wir so noch nicht mal unseren schlechten Lohn (60 Dollar) am Zahltag abholen konnten.

Nach all diesen gescheiterten Versuchen wollte ich mich dann in den Bus setzten, aufs Land fahren, um dort Fruit-Picking zu machen. Dort mietet man sich in einem Hostel ein, die vermitteln einem Arbeit und fahren einen auch da hin. Und gerade einen Tag bevor ich losfahren wollte, kommt der Anruf: ob ich ein bis zwei Wochen in Adelaide in einem Energiekonzern Dateneingabe machen könnt, für 18 Dollar die Stunde. YES! Und das Hostel in Adelaide ist nicht nur direkt gegenüber der Arbeitsstelle, sondern auch pro Woche 20 Dollar günstiger als das auf dem Land, mitten in der City und hier gibt es einen kostenlosen Internet-Hotspot, den ich mit meinem Laptop nutzen kann (liege gerade im Bett und tippe)!!! WOW! Das kam genau richtig!

Nachdem ich nun eine Woche dort extrem eintönige Arbeit geleistet habe, bin ich nicht nur gefragt worden, ob ich eine zweite Woche arbeiten kann, sondern sogar ob ich bis zum 5. Mai arbeiten kann! Ich bin also finanziell auf sicherem Boden und damit ist diese Leidensgeschichte erstmal beendet.

So, das war wohl nun doch nicht die Kurzversion, aber ich habe mir Mühe gegeben. Ich bin hundemüde, habe nämlich nicht nur hart gearbeitet, sondern war die letzten drei Nächte auch in Bars und Kneipen mit MitbewohnerInnen unterwegs. Jetzt werde ich mir gleich ein Bier holen und dann den Schlaf der Gerechten finden.

Ach ja: ihr habt sicherlich gemerkt, dass ich den blog eher erzählerisch schreibe. Wenn ihr wissen wollt wie es mir geht und so weiter, müsste ihr mir ne Mail schreiben. Das möchte ich hier nicht öffentlich ausbreiten und außerdem freue ich mich über Mails ;-)

Herzliche Grüße aus dem warmen Süden,
Felipe

PS: Ach ja, Fotos gibts demnächst wieder. Will hier im Hostel nicht die große Technik auffahren...
24.3.06 13:06





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung