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HEY HO - LETS GO!


Unser erstes Wochenende in Adelaide

An unserem ersten Wochenende in unserer neuen Heimat (tempor?r, keine Sorge ) haben wir erstmal die Einkaufsmeile direkt um die Ecke unseres Hotels unsicher gemacht. Was zuerst auff?llt sind die etlichen Frischobst- und Saft-St?nde. Anscheinend etabliert sich hier neben der Burger-Pizza-Fastfood-Kultur auch eine bezahlbare Gesundheits-Kultur: einen halben Liter (!) frisch gepressten Saft (von Melone ?ber ?pfel, Karotten und Selerie ist da alles drin - wenn man will) bekommt man schon ab f?nf australische Dollar... das sind ca. 3,30 Euro. Nat?rlich alles "australian grown". Au?erdem gibt es hier Dank der vielen asiatsichen Einwanderer ein gro?es (und damit g?nstiges) Angebot an Sushi, was (vorallem ohne rohen Fisch ) sehr gut schmeckt und echt bezahlbar ist!

Als n?chstes sind mir die punkigen Jugendlichen aufgefallen: da es so viele waren, die mit dem "HEY HO LETS GO"-T-Shirts von den Ramones rumgelaufen sind, habe ich ein M?del gefragt, ob an dem Abend ein Punkkonzert w?re. War aber nicht, das sei normale Jugendkultur, best?tigte sie meine Nachfrage. Da habe ich mich hier gleich noch wohler gef?hlt, haben mich diese T-Shirts doch auch durch meine Jugend im und vorm Jugendzentrum begleitet.

Au?erdem ist mir noch aufgefallen, dass man in der Innenstadt kaum indigene Einwohner ("Aboriginies") sieht, und wenn doch, in ziemlich uns?glichem Zustand: besoffen - und in einem besonders einpr?gsamen Fall besoffen und hoch schwanger auf dem Gehweg schlafend. Kaum ertr?glich, was auch hier (wie in den USA) des weissen Mannes Alkohol mit den Ureinwohnern gemacht hat. In Gespr?chen mit verschiedensten Leuten werden zumeist die Ureinwohner f?r ihre soziale Lage selbst verantwortlich gemacht, dass sie von den weissen Einwanderern ihrer Kultur und ihrer Lebensr?ume mit Gewalt (bzw. Mord und Totschlag) beraubt wurden und evtl. deshalb mit der Welt nicht klarkommen, sieht kaum jemand. Es gibt aber inzwischen auch unterst?tzende Ma?nahmen, aber dazu in den n?chsten Tagen mehr.

Dann waren wir noch im Migrations-Museum, das zumeist einen sehr differenzierten und auch selbstkritischen Blick auf die ersten Einwanderungswellen wirft. Sehr interessant, da auch die sp?tere australische Einwandererpolitik kritisch beleuchtet wird: politische Fl?chtliche (z.B. asiatische Fl?chtlinge, deutsche Juden im zweiten Weltkrieg und poltische Aktivisten) waren zumeist nicht willkommen und wurden h?ufig durch fiese Tricks (z.B. Sprachtests in g?lischer Sprache) am Einreisen gehindert. Faschisten waren nach dem zweiten Weltkrieg hingegen gerne gesehen. Allgemein kann man sagen, dass diejenigen, die arbeitswillig, gut gebildet bzw. wohlhabend sind, hier herzlich willkommen sind, Arme, Hilfsbed?rftige und "Kommunisten" m?ssen hingegen schon einen verdammt guten Grund und viel Gl?ck haben, um einreisen zu d?rfen.

Wir haben in den Strassen allerdings auch viele sehr dunkelh?utige ArfikanerInnen gesehen, vermutlich aus den B?rgerkriegsgebieten in Sierra Leone, Sudan usw. ?berhaupt sieht man auf den Strassen von Adelaide alle Hautfarben dieser Welt, was einen sehr toleranten und weltoffenen Eindruck erweckt.

Auch die B?ume und Pflanzen sind sehr vielf?ltig, von Nadelb?umen bis Palmen w?chst hier alles, auch die Architektur reicht von alt-englischen Steinkirchen und edlen Steinh?usern bis hin zu neu-europ?ischen Glast?rmen. Und das alles direkt nebeneinander und teilweise sogar stilvoll miteinander verbaut... wunderbar!

Ach ja! Der Jetlag hat uns ca. f?nf Tage begleitet. Nachdem wir auf dem 24-st?ndigen Flug (inklusive 6 Stunden Aufenthalt in Singapur) nur einige Stunden geschlafen haben, haben wir es die ersten beiden Tage geschafft bis ca. 21 Uhr (nach australischer Zeit, das ist 11:30 Uhr des selben Tages nach deutscher Zeit - wir sind hier also quasi in der Zukunft!) wach zu bleiben, sind dann aber um 3 Uhr morgens (Deutschland 17:30 Uhr) aufgewacht. Nach drei Tagen haben wir es geschafft, bis 7 Uhr zu schlafen, danach bin ich einige Tage um 9 Uhr aufgestanden und inzwischen penne ich wieder viel zu lang... leider. Und das, obwohl ich gar nicht so sp?t ins Bett gehe. Naja, sobald ich einen Job habe wird sich das sicherlich ?ndern... aber dazu mehr in den n?chsten Tagen!

Hier ein Blick auf unser wunderbares Hotel:


3.2.06 08:09



Home, Sweet Home


Nach einer Woche Down Under haben wir auch ein Zuhause gefunden: etwa eine halbe Stunde ausserhalb der Stadt in dem Vorort Stirling.

An einem schwarzen Brett in einer der Unis ist uns ein "Housemate wanted" in t?rkisfarbener Schrift aufgefallen, wo ein "funky bunch" Mitbewohner sucht. Also: angerufen und am n?chsten Abend mit dem Bus dort hingefahren. Von der Bushaltestelle sind es allerdings nochmal 15 Minuten zu laufen, und da der Ort zwar direkt am Freeway aber gef?hlsm??ig schon recht abgelegen in den bewaldeten Bergen liegt, ist man nach dem Marsch dann wirklich in der "Wildnis" (siehe Fotos unten).

In den ersten Tagen war es sehr angenehm, weil es in der Stadt 40 Grad Celsius waren und es hier oben in den Bergen mindestens 5 Grad k?lter war... allerdings fragen wir uns, wie das im Winter werden soll, wo es hier oben dann dementsprechend bis zu Null Grad wird und es hier - wie ?berall in Australien - keine Zentralheizung gibt! Aber wie sagte meine 90-j?hrige Oma in Kiel vor einiger Zeit, als der Rest der Deutschen ?ber die K?lte klagte: "Ich gehe t?glich an der Ostsee spazieren. Man darf sich nur nicht unterkriegen lassen!" Au?erdem ist es dem k?hlen, nassen Wetter hier oben zu verdanken, dass es g?nstigen Wein und frisches Obst und Gem?se gibt, die wachsen hier n?mlich direkt um die Ecke.

Aber auch die MitbewohnerInnen sind sehr nett: eine quirlige Molekularbiologie-Studentin und zwei Musikstudenten (genaugenommen studiert der eine Musiktechnologie und der andere produziert job-m??ig Soundtracks f?r Filme). Alle sehr entspannt, wir hatten schon so einige nette gemeinsame Abende vor dem gro?en Fernseher oder mit Rotwein und Musik aus Bose-Boxen. Und bezahlbar ist das Ganze auch, vorallem weil Asadeh und ich gemeinsam das Zimmer bewohnen k?nnen!

Aber noch besser ist das Haus: eine kleine rote-weisse Villa, mit zwei Stockwerken, zwei Wohnzimmern, gro?er K?che, zwei Esszimmern, einem gro?en Balkon einer Terasse und... zwei Kaminen!

Und vorgestern hatten wir sogar einen Koala-B?ren auf der Terasse! Wir waren gerade alle zusammen auf einer nachmitt?glichen Weinprobe beim Weingut um die Ecke gewesen und haben auf der Terasse (hinter dem Haus) gesessen, als Tristan, der eine Mitbewohner, aus dem Vorgarten gest?rmt kam und meinte, da w?re ein Koala-B?r! Und da war er (der B?r) auch schon auf der R?ckseite angekommen und kraxelte auf dem Gartenzaun herum. Dort ist er dann erstmal sitzengeblieben, auch als wir (acht Leute!) ihm bis auf ca. drei Meter nahgekommen sind!
Er muss hier bei uns im Nachbargarten wohnen, ich hatte n?mlich in den N?chten vorher so ein komisches Grunzen geh?rt, fast ein bisschen wie ein kleines Wildschwein, aber meine Mitbewohner versicherten mir, das w?ren Koala-B?ren, was sich nun auch leibhaftig bewahrheitet hatte!

Die kurzen Filme, sowohl vom Haus als auch vom Koala, werde ich hochladen sobald mein Laptop aus der Reparatur wieder da ist und ich zur Erstellung solcher kleinen Filme f?hig bin.

Bis dahin nur einige Fotos... (zum Vergr??ern anklicken)

Meine Ankunft in Sterling (Asadeh hatte den Gro?teil ihrer Sachen noch in Murray Bridge, wo sie unterrichtet)



Unser Haus



Die Strasse von unserem Haus in den Ort/zur Bushaltestelle... Fr?hsport garantiert!



Jaja, ein ruhiges Pl?tzchen



Die Weinprobe



...auf dem R?ckweg sind wir noch in dem "deutschen" Dorf Hahndorf eingekehrt, wo die Auzzies deutsches Bier getrunken haben... hmmm, lecker!



... und zu guter Letzt: der Koala.



9.2.06 05:48



Zwei Wochenenden


Hallo liebe Leute,
eigentlich wollte ich ja häufiger schreiben nachdem der blog eingerichtet war und ich auch die ersten Wochen nachgeholt hatte. Aber obwohl derzeit gar nicht soviel passiert, habe ich es nicht geschafft. Naja, vielleicht bessert sich das noch. Die Jobsuche ist nach wie vor schwierig, ich hatte kurzzeitig eine Anstellung als Pizzabäcker, aber als sich rausgestellt hat, dass der Lohn nur ca. 6,60 Euro beträgt und ich denen gesagt habe, dass ich damit nicht wirklich glücklich bin (aber damit leben könne) und dass ich mich außerdem auf eine volle Stelle und nicht auf drei mal drei Stunden die Woche beworben hatte, rufen die mich nicht mehr an. Ist auch ok. Heute hatte ich meinen ersten Tag als "Kitchenhand" in einer Küche, allerdings ist das nicht regelmäßig. Naja, immerhin kommt mal etwas Geld in die Kasse und ich merke mal, wie das ist *wirklich* am unteren Ende der Gesellschaft zu leben. Unterqualifiziert für halbwegs gute Jobs (wegen Visumsbeschränkungen), überqualifiziert für schlechte Jobs... Arschkarte halt. Naja, eigentlich ist meine sonstige Situation ja alles andere als schlecht und wer weiss, ob es mir in Deutschland als Soziologe besser gegangen wäre.

Aber eigentlich wollte ich euch von den letzten beiden Wochenenden erzählen, die wirklich wunderbar (dieses Wort kennt jedeR zweite AustralierIn) waren:

Vorletztes Wochenende waren wir mit Briony, unserer Mitbewohnerin, und ihrem Freund mit dessen Auto in einem Naturschutzgebiet, das ca. 30 Minuten von unserem Wohnort entfernt ist und völlig frei von Menschen und sonstiger Zivilisation ist - abgesehen von einer Hochstromleitung. Dort haben wir uns eine Weile an ein einsames Wasserloch gesetzt (die beiden sind sogar reingegangen... brrrr, eiskalt!). Eine wirklich schöne Abwechslung (siehe die ersten Fotos unten).

Letztes Wochenende hatten wir dann unsere erste Big Night Out - bzw. gleich zwei davon. Freitags hatte unserer Mitbewohner Tristan Geburtstag und das haben wir in einer sehr schönen Kneipe in Adelaide gefeiert, dem Grace Emily, wo auch die wunderbare Band auf den Fotos unten gespielt hat. PUNK!ROCK!

Am Samstag sind wir mit einem Kollegen von Asadeh losgezogen, der vor einigen Jahren hier auch Reclaim the Streets Aktionen organisiert hat und auch sonst ein wirklich netter, politischer und schlauer Typ ist.

Und zuletzt gibt es noch Fotos, die wir gestern auf unserem Balkon aufgenommen haben - ein wunderbarer Sonnenuntergang!

See ya!

Hier die Fotos - zum Vergrößern anklicken.

Asadeh am Wasserloch


Der Rückweg... (mit Briony und ihrem Freund)


Der Rückweg, mit Schmetterling... (und Briony und ihrem Freund)


Geschafft!


Briony und ihr Freund


Die Geburtstagsrunde im Grace Emily


THE BAND I


THE BAND II


THE BAND III


THE BAND IV


Asadeh mit Sonnenuntergang auf unserer Terasse


Asadeh und Philipp mit Sonnenuntergang auf unserer Terasse
25.2.06 10:38





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